Was ist die Umwelt-ZahMedizin?
Die Umwelt-ZahnMedizin ist eine interdisziplinär ausgerichtete Disziplin für Zahnärzte, Ärzte unterschiedlichster Fachrichtungen und Zahntechniker. Im Fokus der Umwelt-ZahnMediziner steht die umfassend ausgerichtete zahnärztliche Behandlung chronisch kranker Patienten, sowie die Anwendung individueller präventiver Behandlungskonzepte mit dem Ziel, chronisch entzündliche Krankheiten auch fernab der Mundhöhle zu verhindern oder zu lindern.

Warum Umwelt-ZahMedizin?
Chronische entzündungsbedingte Erkrankungen wie Allergien, Diabetes, Rheuma, Magen-, Darm- oder Schilddrüsenerkrankungen, Osteoporose, Herz-Kreislauferkrankungen sowie Parodontitis und andere chronische Infektionen nehmen einen immer höheren Stellenwert in allen Ländern der westlichen Welt ein. Die Fortschritte der Hochleistungsmedizin haben die Komplikationen der Erkrankungen gemindert, nicht aber deren Häufigkeit. Vor allem bei jüngeren Patienten werden die Diagnosen immer häufiger gestellt.

Was hat die Zahmedizin damit zutun?
Es ist unbestritten, dass die chronische Entzündung, das heißt die dauerhafte und unkontrollierte Aktivierung unseres Immunsystems, den Schlüssel nahezu aller systemischen Erkrankungen darstellt. Eine Vielzahl individueller Umweltfaktoren sind als Auslöser chronisch entzündlicher Krankheiten bedeutsam. In unserer modernen Gesellschaft müssen wir uns immer häufiger und mit immer mehr Fremdstoffen und nicht-physiologischen Reizfaktoren auseinandersetzen, die nicht isoliert, aber in der Summe den Entzündungsauslöser darstellen. Die moderne Medizin trägt leider auch ihren Teil dazu bei. Eingriffe in die biologische Integrität der Menschen sind zur beinahe täglichen Routine geworden. Gemeint sind Fremdmaterialien im Bereich der Zahnmedizin, Orthopädie oder Chirurgie, medikamentöse und hormonelle Therapien, immunstimulierende oder immunsuppressive Behandlungen. Häufig wird vergessen, dass jedes Eingreifen in den Organismus Auswirkungen auf den gesamten Körper hat. Die Spezialisierung in der Medizin bedingt leider, dass Nebenwirkungen und Folgeerkrankungen oft nicht erkannt werden, wenn diese nicht in unmittelbarem Zusammenhang zum spezifischen Organsystem des eigenen Fachgebietes stehen. Diese Entwicklungen bleiben auch für die moderne Zahnmedizin nicht folgenlos. Zahnmediziner sind gezwungen, Fremdmaterialien in den Körper ihrer Patienten dauerhaft einzubringen. Es muss aber beachtet werden, dass jedes Material einen Trigger darstellen kann. Daher ist ein individuell verträgliches Material zu finden. Zahnmediziner sind die Spezialisten für die Mund-Kiefer-Region. Ärzte haben hier oft nur geringe Kenntnisse. Die Erkrankungen die vom Mund-KieferBereich ausgehen (Stichwort „Herdgeschehen“) haben aber Einfluss auf den gesamten Organismus. Hier ist Kooperation und gegenseitiges fachliches Verständnis notwendig. In der Umwelt-ZahnMedizin geht es um neue, aber auch um die wissenschaftliche Betrachtung lange praktizierter und bewährter diagnostischer und therapeutischer Verfahren, die über die lokale Perspektive der etablierten Zahnmedizin hinausgehen. Das Ziel sind individuelle präventive und kurative Behandlungskonzepte, um chronisch entzündliche Erkrankungen auch fernab der Mundhöhle zu verhindern oder zu lindern.

Die Texte wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von:
Deutsche Gesellschaft für Umwelt-ZahnMedizin – DEGUZ e. V. Siemensstraße 26a 12247 Berlin

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